„Ein unvergessliches Wochenende!“ So beschreibt unsere Schülerin Hanae El Jirari ihre Teilnahme am Concours d’éloquence von Lions International. Gemeinsam mit Jugendlichen aus Deutschland und Frankreich erlebte sie zwei Tage voller spannender Begegnungen, interessanter Einblicke und intensiver Gespräche auf Französisch.
Ob bei Unternehmensbesichtigungen, einer Hafenrundfahrt oder dem Besuch des Friedensdorfs International: Immer wieder bot sich die Gelegenheit, die französische Sprache ganz praktisch anzuwenden, neue Freundschaften zu schließen und über Ländergrenzen hinweg miteinander ins Gespräch zu kommen. Den krönenden Abschluss bildete der Galaabend, bei dem Hanae den Redewettbewerb für sich entscheiden konnte.
Die Schulgemeinschaft der Otto-Pankok-Schule gratuliert Hanae El Jirari herzlich zu diesem herausragenden Erfolg und bedankt sich bei Lions International sowie allen Beteiligten für die Organisation dieser besonderen deutsch-französischen Begegnung.
Im folgenden persönlichen Bericht schildert Hanae ihre Eindrücke und Erlebnisse von einem Wochenende, das ihr sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Am ersten Tag, den 25.09.2026 trafen wir uns gegen 17 Uhr im Check-in-Café am Flughafen Essen-Mülheim. Etwa 45 Minuten später trafen auch unsere französischen Freunde ein. Nachdem wir gemeinsam etwas getrunken hatten, machten wir uns direkt mit dem Reisebus der französischen Gruppe auf den Weg zum Flughafen, um dort einen Lufthangar zu besichtigen. Alle waren äußerst fasziniert von der Besichtigung. Zusätzlich kamen zwei Guides dazu, die uns eine Präsentation hielten. Unsere Aufgabe als französisch sprechende bestand darin, alles, was der Guide auf Deutsch erklärte, so gut wie möglich ins Französische zu übersetzen. Dabei herrschte von Anfang an eine unglaublich angenehme und offene Atmosphäre. Wir kamen schnell miteinander ins Gespräch und schlossen erste Freundschaften. Alle waren sehr lieb und hilfsbereit. Wenn uns einmal ein Wort oder eine Vokabel nicht einfiel, wurden wir von den Franzosen unterstützt. Oft konnten unsere Zuhörer sogar aus dem Zusammenhang erschließen, was wir ausdrücken wollten, und halfen uns dabei, die passenden französischen Wörter zu finden. Nach der Besichtigung gab es ein gemeinsames Abendessen. Dabei konnten wir uns noch besser kennenlernen, uns über verschiedene Themen austauschen und viele interessante Gespräche führen. Wir verbrachten gemeinsam einen schönen Abend und hatten viel Spaß miteinander. Gegen 22 Uhr ging der erste gemeinsame Tag schließlich zu Ende und wir machten uns auf den Rückweg nach Hause.
Weiter ging es am nächsten Tag bereits früh am Morgen. Um 7:45 Uhr waren wir vor Ort, sodass wir pünktlich um 8 Uhr gemeinsam mit unseren französischen Freunden in den Bus steigen und zu unserem ersten Ziel aufbrechen konnten. Noch bevor wir an der TSR-Recyclinganlage in Duisburg ankamen, erhielten ein anderer Schüler und ich bereits kurze Informationstexte auf Französisch. Diese sollten wir vor Ankunft im Bus mit einem Mikrofon laut vorlesen. Dadurch konnten wir schon während der Anfahrt aktiv Französisch sprechen und uns auf die kommenden Aufgaben einstellen. Unser erstes Reiseziel war anschließend die TSR-Recyclinganlage in Duisburg. Dort angekommen, stiegen wir aus dem Bus und erhielten zunächst Warnwesten sowie die notwendige Sicherheitsausrüstung. Anschließend begann die Führung durch die Anlage. Ein Guide erklärte uns die verschiedenen Abläufe und Aufgabenbereiche. Da die Führung auf Deutsch stattfand, übernahmen wir die Schüler:innen (3) abwechselnd das Übersetzen ins Französische. Wir teilten die Führung in Abschnitte von jeweils etwa 20 Minuten auf, sodass jeder von uns ungefähr gleich viel Zeit zum Übersetzen hatte. Dabei begegneten uns erneut viele komplexe und vor allem technische Begriffe. Trotzdem gelang es uns meistens, die Bedeutung aus dem Kontext zu erschließen oder unbekannte Begriffe zu umschreiben. Dadurch konnten wir nicht nur unsere sprachlichen Fähigkeiten verbessern, sondern gleichzeitig auch viel über Recycling und die Verarbeitung von Rohstoffen lernen. Gerade die Verbindung von Sprache und einem für uns eher unbekannten technischen Thema machte die Führung besonders interessant. Nach der Besichtigung legten unsere französischen Freunde ihre Kopfhörer, durch die sie uns hören konnten, wieder ab und zum Abschluss durfte sich jeder noch ein kleines Souvenir mitnehmen.
Anschließend stiegen wir wieder in den Bus und fuhren weiter zum Duisburger Hafen. Dort angekommen, gingen wir direkt an Bord eines Schiffes. Während der etwa zweieinhalbstündigen Fahrt hatten wir viel Zeit, uns mit unseren französischen Freunden zu unterhalten, uns auszutauschen und uns noch besser kennenzulernen. Es entstanden sehr intensive und schöne Gespräche. Für uns war es eine besondere Erfahrung, so viel mit französischsprachigen Menschen kommunizieren zu können und die Sprache einmal außerhalb des Unterrichts in einer ganz natürlichen Situation anzuwenden. Vor allem weil es wirklich Franzosen waren, die kein Deutsch konnten.Auch das gemeinsame Mittagessen an Bord bot eine weitere Gelegenheit miteinander ins Gespräch zu kommen. Aber nicht nur auf dem Schiff, sondern auch während der Busfahrten herrschte durchgehend eine sehr angenehme Atmosphäre. Man konnte sich mit den Schülern der anderen Schulen austauschen, neue Menschen kennenlernen und sich gegenseitig unterstützen. Dadurch fühlte es sich schnell so an, als wären wir eine gemeinsame Gruppe und nicht einzelne Schüler:innen aus verschiedenen Schulen.
Nach unserer Hafenrundfahrt ging es weiter zum Friedensdorf International. Dort wurden die französischen Teilnehmer in zwei Gruppen aufgeteilt. Der Schüler vom Gymnasium Broich und ich teilten uns ebenfalls auf und übernahmen jeweils einen Teil der Übersetzung und Führung. Der Besuch im Friedensdorf war für uns besonders beeindruckend. Es war faszinierend zu sehen, dass Kinder aus verschiedenen Krisen- und Kriegsgebieten nach Deutschland kommen, um hier medizinisch behandelt und anschließend im Friedensdorf betreut zu werden. Wir konnten die verschiedenen Bereiche des Friedensdorfes sehen, darunter die Unterkünfte, Gemeinschaftsräume und Küchen, in denen die Kinder während ihres Aufenthalts leben. Besonders bewegend war es, die unterschiedlichen Schicksale der Kinder kennenzulernen. Es war nicht immer einfach von ihren Erkrankungen und Verletzungen zu hören und gleichzeitig die Kinder selbst zu sehen. Trotzdem war der Besuch auch sehr hoffnungsvoll, da man erkennen konnte mit wie viel Engagement und Menschlichkeit dort gearbeitet wird. Besonders beeindruckend fanden wir, dass sich viele Menschen ehrenamtlich für die Kinder einsetzen. Auch die medizinische Versorgung wird durch engagierte Ärztinnen und Ärzte sowie weitere ehrenamtlich tätige Menschen unterstützt.
Nach der Führung gingen wir gemeinsam mit unseren französischen Freunden in den zum Friedensdorf gehörenden Park. Dort gab es einen kleinen ,,Goûter", also eine französische Zwischenmahlzeit mit Kuchen und Tee. Auch hier stand wieder die Kommunikation im Mittelpunkt. Wir unterhielten uns, lachten viel und tauschten uns weiter aus. Während des Goûters wurden außerdem Spenden für das Friedensdorf gesammelt. Am Ende machten wir noch gemeinsame Fotos, die diesen besonderen Besuch festhielten. Anschließend stiegen wir wieder in den Bus und fuhren zurück zum Hotel. Gegen 17:30 Uhr kamen wir dort an und hatten ungefähr eine Stunde Zeit, um uns umzuziehen und für den Abend fertig zu machen.
Um 18:30 Uhr trafen wir uns schließlich im Gala-Saal. Dort wurden wir freundlich empfangen und mit Getränken versorgt. Auch der Kameramann war wieder vor Ort und hielt viele Momente des Abends fotografisch fest. Nach einer ersten Zeit des Ankommens und Unterhaltens nahmen wir schließlich an unseren Tischen Platz. Es gab einen festen Sitzplan, sodass wir gemeinsam mit den anderen Gästen den Abend verbringen konnten. Der Galaabend begann mit den ersten Reden und dem gemeinsamen Essen. Im Laufe des Abends folgten weitere Reden, Ehrungen und Danksagungen. Außerdem durften wir einem Pianisten zuhören, der wunderschöne französische Stücke spielte. Die festliche Atmosphäre, die vielen Gespräche und die gemeinsame Zeit mit den französischen Teilnehmern machten den Abend zu einem ganz besonderen Erlebnis.
Gegen 22 Uhr neigte sich der Abend langsam dem Ende zu. Schließlich wurde auch das Ergebnis des Concours d’éloquence bekannt gegeben. Zu meiner großen Freude und Überraschung durfte ich den Wettbewerb für mich entscheiden. Besonders schön war jedoch, dass der Teilnehmer der Luisenschule und ich mit unseren Leistungen sehr nah beieinanderlagen und beide stolz auf das Erreichte sein konnten. Aus diesem Grund entschieden sich unsere französischen Gastgeber dazu, auch ihm eine Reise nach Frankreich zu ermöglichen. Darüber freuten sich alle Beteiligten sehr, denn während der gemeinsamen Tage waren bereits viele Freundschaften entstanden. Nach der Bekanntgabe des Ergebnisses blieben wir noch eine Weile zusammen, feierten, unterhielten uns und erhielten zahlreiche Glückwünsche. Gleichzeitig bekamen wir auch hilfreiche Rückmeldungen und Ratschläge dazu, woran wir bei zukünftigen Reden noch arbeiten könnten. Dadurch wurde der Abend nicht nur zu einem schönen Abschluss des Wettbewerbs, sondern auch zu einer wertvollen Erfahrung, aus der wir viel mitnehmen konnten. Gegen Mitternacht ging schließlich auch dieser ereignisreiche Tag zu Ende und wir machten uns auf den Weg zurück nach Hause. Ein unvergessliches Wochenende!