Große Resonanz verzeichnete das 3. Mülheimer Bildungsgespräch, das am Donnerstagabend in der Aula der Otto-Pankok-Schule stattfand. Unter dem Titel „Generation Krise – Wie sich Klimawandel, Kriege und Katastrophen auf die Psyche unserer Kinder und Jugendlichen auswirken“ widmeten sich Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Schule, Jugendhilfe und Medizin der Problematik wachsender psychischer Belastungen junger Menschen.
Eröffnet wurde der Abend mit einem Impulsvortrag von Prof. Dr. Harald Karutz, Professor für Psychosoziales Krisenmanagement. Er stellte aktuelle wissenschaftliche Befunde zur seelischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen vor und ordnete differenziert ein, ob der häufig verwendete Begriff „Generation Krise“ angemessen sei – oder ob angesichts vorhandener Ressourcen nicht auch von einer „Generation Hoffnung“ gesprochen werden könne.
In der anschließenden Podiumsdiskussion kamen unterschiedliche Perspektiven zusammen. Elliot Belmadani von der Bundesschülerkonferenz schilderte eindrücklich aus Sicht von Schülerinnen und Schülern, wie wichtig es sei, dass Schulen das Thema mentale Gesundheit stärker in den Blick nehmen. Kerstin Peiker, Sozialpädagogin an der Gesamtschule Saarn, betonte die Bedeutung niedrigschwelliger sozialpädagogischer Unterstützung an Schulen. Ähnliche Erfahrungen beschrieb Maike Rubbert aus dem Kommunalen Sozialen Dienst, die darauf hinwies, dass Hilfen häufig erst sehr spät in Anspruch genommen würden.
Aus medizinischer Sicht äußerte Dr. med. Olaf Kaiser, Sprecher der Mülheimer Kinderärztinnen und ‑ärzte, Sorgen über die Auswirkungen eines übermäßigen und unreflektierten Medienkonsums. Gemeinsam mit Prof. Dr. Christian Reintjes von der Universität Osnabrück plädierte er dafür, schulischer Bildung und Prävention politisch wirklich einen höheren Stellenwert einzuräumen. Moderiert wurde die Gesprächsrunde von Christiane Thöne und Georg Jöres (Caritas).
Gobika Logeswaran und Uta Bräunig führten charmant durch den gesamten Abend und sorgten dafür, dass auch Fragen und Impulse aus dem Publikum in den Dialog aufgenommen wurden.
Organisiert wurde das Bildungsgespräch gemeinschaftlich von der Otto-Pankok-Schule, der Hölterschule und der Gesamtschule Saarn. Die Veranstaltungsreihe hat sich damit nach drei Ausgaben als feste Größe im Mülheimer Bildungsdialog etabliert. Das nächste Bildungsgespräch wird an der Gesamtschule Saarn stattfinden; das Thema soll unter Einbeziehung von Rückmeldungen aus dem Publikum festgelegt werden.